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Transnationaler Terrorismus

Trends und rezente Entwicklungen

„Herausforderungen durch den transnationalen Terrorismus. Trends und rezente Entwicklungen“ war das Thema eines Vortragsabends, den das Freiheitliche Bildungsinstitut gemeinsam mit dem Liberalen Klub und weiteren Förderern am 18. November 2021 abhielt.

Nicolas Stockhammer, Terrorismusforscher an der Donau-Universität Krems, berichtete über die nach wie vor aktuelle Gefahr von Terroranschlägen in Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt. Das „Kalifat“ des Islamischen Staates konnte zwar großteils zerschlagen werden, trotzdem sind die Strukturen dieses und anderer islamistischer Terrornetzwerke aufgrund der Franchise-Dynamik noch immer intakt. In Europa sind es, wie einige der jihadistisch motivierten Anschläge der letzten Jahre gezeigt haben, vermehrt Kleinkriminelle, die zuvor keinen festen Bezug zur Religion hatten, die sich radikalisieren und extremistischen Gruppierungen anschließen.

Einschlägig befasste Forscher wie Olivier Roy meinen daher, dass der Trend nicht so sehr in Richtung einer zunehmenden Radikalisierung des Islams geht, sondern einer Islamisierung des Radikalismus. Dass der Terroranschlag von 2020 in Wien nicht wesentlich mehr Opfer forderte, lag nicht zuletzt an einer vergleichsweise dilettantischen Durchführung. Auf Seiten der Behörden gibt es bei der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus durchaus Verbesserungspotential. So war ein Kritikpunkt Stockhammers etwa die zumindest in der Vergangenheit unzureichende Sicherheitsüberprüfungen von Dolmetschern.

Momentan steht zwar der islamistische Terrorismus im Fokus, der Vortragende warnte aber vor neuen Trends im breiten Spektrum politisch motivierter Gewalt. So ist tendenziell mit einer Radikalisierung von Teilen der Umweltaktivisten-Bewegung zu rechnen. In den nächsten Jahren könnte, wie einige internationale Terrorismusforscher derzeit diskutieren, eine neue Spielart des Terrorismus aus dieser Richtung entstehen („Grüne-Armee-Fraktion“).

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